Die Geschichte der Landesfeuerwehrschule Schleswig-Holstein
1935: Entscheidung für den Standort Harrislee
Mit dem preußischen Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 15. Dezember 1933 hatten die Planungen für eine Feuerwehrschule in Schleswig-Holstein eine neue Grundlage.
Die Kreis- und Provinzialfeuerwehrverbände erhielten die Rechtsstellung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Dem Provinzialfeuerwehrverband oblag die Einrichtung und Unterhaltung einer Provinzialfeuerwehrschule sowie die Veranstaltung von Ausbildungslehrgängen im Feuerlöschwesen. Auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück standen Objekte in Eckernförde, Kronshagen, Plön, Neumünster, Suchsdorf und das Herrenhaus Stift zur Diskussion.
Die Entscheidung für eine neue Feuerwehrschule nahm überraschend eine ganz andere Richtung: Der Kreiswehrführer des Landkreises Flensburg schulte Anfang 1935 seine Wehrführer und Löschzugführer in einem je einwöchigen Lehrgang während drei Wochen in der Arbeitervolkshochschule in Harrislee.
Die Arbeitervolkshochschule war 1928 erbaut worden. Sie stand seit 1933 leer. Man suchte einen neuen Nutzer und bot sie auch dem Provinzialfeuerwehrverband an. Das Gebäude schien für den Zweck der Feuerwehrausbildung ideal geeignet. Entscheidend war die Finanzierung: Ein Neubau hätte rund 300.000 Reichsmark gekostet. Das Gebäude in Harrislee dagegen sollte voll eingerichtet nur 22.000 Reichsmark kosten. Das Grundstück stand durch Eintritt in den Erbbaurechtsvertrag unentgeltlich zur Verfügung.
1935 bis 1936: Ausbau für den Übungsbetrieb
Mit der Entscheidung für Harrislee stand fest, dass das vorhandene Gebäude ohne wesentliche Umbauten nutzbar war, für eine Feuerwehrschule aber weitere technische Gebäude errichtet werden mussten. Nachdem die Verträge geschlossen und die Finanzierung gesichert war, konnte mit den Arbeiten begonnen werden.
19. Oktober 1936: Der erste Lehrgang
Endlich war es soweit. Die Provinzialfeuerwehrschule konnte eröffnet werden. Der erste Lehrgang begann am 19. Oktober 1936 mit 29 Teilnehmern.
An der Schule konnte jeweils ein Lehrgang zur Zeit durchgeführt werden. Einheitliche Ausbildungspläne für die Lehrgänge gab es noch nicht. Sie wurden erst später durch die Reichsfeuerwehrschule Eberswalde erarbeitet und eingeführt.
Das Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 23. November 1938 bringt eine wichtige Änderung:
Der Provinzialfeuerwehrverband wird aufgelöst. Die Provinz Schleswig-Holstein wird Trägerin der Feuerwehrschule.
In den ersten Jahren können jedes Jahr rund 1.000 Teilnehmer in 4-, 6- oder 10-tägigen Lehrgängen geschult werden. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verdoppelte sich diese Zahl.
1940 bis 1945: Die Kriegszeit
Bei Ausbruch des Krieges wurde die Feuerwehrschule zunächst für vier Wochen als Hilfskrankenhaus und vom 12. Mai bis 30. Juni 1940 mit dem Feuerschutzregiment Sachsen belegt. Dieses Regiment lag in ständiger Bereitschaft, um überörtlich nach Luftangriffen eingesetzt zu werden.
In dieser Zeit wurden keine Lehrgänge durchgeführt. Stattdessen gab es umfangreiche Kurzschulungen in den Kreisen. Mit den Kreisbrandmeistern und Kreisausbildern wurden in 205 Ortschaften in Schleswig-Holstein 309 Führer und Unterführer, 2.458 Männer und 188 Maschinisten geschult und mit den besonderen Brandschutzaufgaben durch Kriegseinwirkungen vertraut gemacht.
Für die im Heimatdienst verbliebenen Männer und später auch Frauen (Feuerwehrhelferinnen) wurden besondere Lehrgänge für den Brandschutz durchgeführt. Aus den Kräften der Feuerwehrschule, den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Harrisleefeld und den jeweiligen Lehrgangsteilnehmern wurde eine sogenannte mobile Einheit (Bereitschaft) aufgestellt. Diese Bereitschaft wurde im wahrsten Sinne des Wortes an die „Brennpunkte“ nach Bombenangriffen entsandt. Der Gerätebestand der Feuerwehrschule erreichte für diese Aufgaben im Kreise bis zu zwölf Löschfahrzeuge sowie Sonderfahrzeuge und Gerätschaften.
Der Schuldirektor lenkte in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit als Abschnittsinspekteur für Schleswig-Holstein sämtliche überörtlichen Einsätze der Feuerwehren. 86 solcher Einsätze waren erforderlich; bemerkenswert war der Einsatz 1943, als in Hamburg 4.000 Feuerwehrleute aus Schleswig-Holstein eine ganze Woche eingesetzt waren.
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