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KW 17  25.04.2018  10:38
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Verwendung von E10-Kraftstoffen in Geräten der Feuerwehr

Ebenso wie die Einführung von E10-Kraftstoff (Benzin mit bis zu 10%-Ethanolanteil) bei vielen Autobesitzern zur Zeit für Unsicherheit sorgt, stellt sich bei der Feuerwehr die Frage, welche motorgetriebenen Geräte, wie z.B. Tragkraftspritzen, Kettensägen, Stromerzeuger und Drucklüfter, mit dem E10-Kraftstoff bedenkenlos betrieben werden können.

Verbindliche Aussagen dazu geben zum Teil die Bedienungs- und Betriebsanweisungen der jeweiligen Geräte oder Motorenhersteller. Die meisten Geräte- bzw. Motorenhersteller haben uns auf Anfrage hin, relativ kurzfristig (innerhalb von 3 Tagen) dazu geantwortet. Die nachfolgenden Informationen und Erläuterungen stützen sich daher auf die jeweiligen Antwortschreiben der Hersteller bzw. deren Presseerklärungen. Die auf dieser Seite zusammengestellten Informationen sind nach bestem Wissen sorgfältig recherchiert und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ebenso übernimmt die Landesfeuerwehrschule Schleswig-Holstein keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben und verweist zusätzlich auf die Sorgfaltspflichten der Geräteanwender.

Zur Verwendung von E10-Kraftstoff in benzinbetrieben Kraftfahrzeugen soll in dieser Information nicht näher eingegangen werden. Informationen zur E10-Verträglichkeit von Kraftfahrzeugen erteilen auf Anfrage die jeweiligen Kraftfahrzeughersteller bzw. können aus einer Informationsbroschüre des DAT entnommen werden (Download unten auf dieser Seite).

E10-Kraftstoff weist aufgrund seiner Zusammensetzung eine höhere Aggressivität gegenüber Lacken, Kunststoffen und Gummi auf und reagiert stärker auf Einflussfaktoren wie Lichteinstrahlung, Umgebungstemperatur und Lagerzeit.

Der bis 10%ige Ethanolanteil bindet Luftfeuchtigkeit was unter anderem in Folge zum „Entmischen“ der verschiedenen Kraftstoffkomponenten führt. Der Kraftstoff wird dadurch dauerhaft unbrauchbar und kann bei einer weiteren Verwendung neben Start- und Betriebsproblemen auch Motorenschäden hervorrufen.

Bei einigen Motoren ist aufgrund der verbauten Materialien und deren Empfindlichkeit gegenüber Ethanol ein Betrieb mit E10-Kraftstoff von den Herstellern nicht freigegeben. Auch hier kann ein Nichtbeachten dieser Verwendungsbeschränkungen Betriebsstörungen, Motorenschäden und ein Erlöschen von Gewährleistungsansprüchen zur Folge haben. In den Fällen, wo Geräte- bzw. Motoren vom jeweiligen Hersteller freigegeben mit E10-Kraftstoffstoff betrieben werden dürfen, wird empfohlen nur Kraftstoffe zu verwenden, die nicht älter als 30 Tage und vorher in einem zugelassenen Kraftstoffbehälter aufbewahrt wurden.


Kay Andersen
Leiter Dezernat
Technik
Die Hersteller von Motorkettensägen Stihl und Husquana, die Hersteller von Motoren für tragbare Stromerzeuger, Drucklüfter, u.a. Briggs & Stratton und Honda sowie der Feuerwehrgerätehersteller Rosenbauer für Tragkraftspritzen mit BMW-Motoren haben die Verwendung von E10-Kraftstoff in ihren Produkten als bedenkenlos möglich beschrieben.

Der Motorsägenhersteller Dolmar hat für eine Reihe seiner Produkte bereits E10-Unbedenklichkeit erklärt und verweist gleichzeitig auf zur Zeit laufende Freigabeverfahren für weitere Produkte. Um jedoch möglichen Problemen vorzubeugen empfehlen fast alle vorgenannten Hersteller keine überalterten Kraftstoffe bzw. Kraftstoffgemische (für den Betrieb von 2-Takt-Motoren) zu verwenden bzw. bei längerer Außerbetriebsetzung die Kraftstofftanks und die Kraftstoffsysteme (Vergaser) von Geräten vollständig zu entleeren. (Am Ende dieser Information befindet sich eine Liste der einzelnen Herstellerantworten bzw. deren Informationsschreiben)

Folgende Geräte dürfen nach vorliegenden Herstellerinformationen aufgrund technischer Bedenken oder fehlender Langzeiterfahrungen nicht mit E10-Kraftstoff betrieben werden:

  1. Tragkraftspitzen Iveco-Magirus Fire 1000, Fire 2000 und ältere;
  2. Tragkraftspritzen Ziegler Ultra-Leicht (mit Göbler-Hirthmotoren);
  3. Ziegler Tragkraftspritzen mit luftgekühltem VW-Boxermotor;

Für Motoren und Geräte die nicht in dieser Information erwähnt sind, gelten ausdrücklich die Herstellervorgaben aus den Bedienungs- und Betriebsanweisungen bzw. sind im Einzelfall vom jeweiligen Hersteller Informationen einzuholen, was die Freigabe für die Verwendung von E10-Kraftstoff angeht.

Die zum Teil sehr umständliche Vorgehensweise zum Betrieb von Feuerwehrgeräten mit E10-Kraftstoff (relativ kurze Verbrauchs- und Ausbewahrungsfristen für E10-Kraftstsoff; restlose Entleerung von Kraftstoffsystemen oder das Vorhalten verschiedener Arten von Kraftstoffreserven in Einsatzfahrzeugen); ist gerade für den besonderen Anwendungsbereich bei den Feuerwehren im Grunde als nicht praktikabel anzusehen.

Da der Betrieb der meisten Gerätschaften mit dem bisher angebotenen und voraussichtlich auch weiterhin verfügbaren E5-Superkraftstoff (oder alternativ Super Plus) ohne Probleme möglich ist, hat sich die Landesfeuerwehrschule Schleswig-Holstein auch unter Berücksichtigung des absehbar höheren Kraftstoffpreises dazu entschieden, in Zukunft keine Feuerwehrgeräte mit  E10-Kraftstoff zu betreiben.

Ferner wird aufgrund positiver Erfahrungen auch weiterhin ein von einem Motorenhersteller angebotener "Kraftstoffstabilisator“ den Kraftstoffen zugesetzt, was eine bis zu 24-monatige Verwendungs- und Lagerstabilität für den Kraftstoff bewirkt und ein „Leerfahren“ der Kraftstoffsysteme ebenfalls erübrigt.

Die Motorkettensägen der Landesfeuerwehrschule Schleswig-Holstein werden aus gleichen Gründen sowie aufgrund einer besseren Gesundheits- und Umweltverträglichkeit künftig nur noch mit von den Sägenherstellern angebotenen Sonderkraftstoffen betrieben.

Dezernat Technik

gez. Kay Andersen


Anlagen: Kurz-Stellungnahmen einger Hersteller

Stellungnahme der Fa. DOLMAR GmbH, Hinweis auf einen Linkhier klicken

Stellungnahme der Fa. Husqvarna Deutschland GmbH, Hinweis auf einen Linkhier klicken

Stellungnahme der Fa. ROSENBAUER INTERNATIONAL AG, Hinweis auf einen Linkhier klicken

Stellungnahme der Fa. STIHL AG & Co. KG, Hinweis auf einen Linkhier klicken

Stellungnahme der Fa. Albert Ziegler GmbH & Co. KG, Hinweis auf einen Linkhier klicken

Stellungnahme der Fa. BRIGGS & STRATTON CORPORATION, Hinweis auf einen Linkhier klicken

Stellungnahme der Fa. Honda Deutschland GmbH, Hinweis auf einen Linkhier klicken

Stellungnahme der Fa. IVECO Magirus Brandschutztechnik GmbH, Hinweis auf einen Linkhier klicken

 

Merkblatt der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH

Diese Broschüre gibt generelle Auskünfte zum Thema Verträglichkeit E10.

Zum Herunterladen der Informationen , Hinweis auf einen Linkhier klicken