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KW 25  19.06.2018  21:45
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Was ist Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV)?

Ein schweres Unglück stellt für Überlebende, Angehörige, Hinterbliebene, Zeugen oder Vermissende eine große psychische Belastung dar. Auch ehrenamtliche und hauptberufliche Helfer der Feuerwehr, im Rettungsdienst sowie im Zivil- und Katastrophenschutz werden oft physisch und psychisch durch Einsatzsituationen besonders belastet. Es ist daher notwendig, von einem Unglück Betroffene sowie ehrenamtliche und hauptberufliche Retter nach schrecklichen Ereignissen psychosozial zu betreuen. Die Belastungen müssen möglichst unmittelbar nach einem schweren Unglück oder einer Katastrophe abgebaut und die Menschen müssen in die Lage zu versetzt werden, ihren Stress individuell zu bewältigen. Die psychologische und seelsorgerische Betreuung vor und nach einem Einsatz ist praktische Gesundheitsvorsorge. Im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung übernehmen die Kreise und kreisfreien Städte wesentliche Aufgaben der Daseinsvorsorge. Diese Grundversorgung der Bevölkerung umfasst daher auch die psychosoziale Akuthilfe (Betreuung Überlebender, Angehöriger, Hinterbliebener, Zeugen oder Vermissende) als Teil der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV).

 

Psychosoziale Akuthilfe

Die Durchführung psychosozialer Akuthilfe liegt damit in der Zuständigkeit der Kreise und kreisfreien Städte. Daraus erwächst allerdings keine Verpflichtung zur Institutionalisierung, da es sich bei der psychosozialen Akuthilfe nicht um eine gesetzlich definierte Aufgabe der Daseinsvorsorge handelt. Es besteht aber die Möglichkeit, diese Aufgabe als freiwillige Leistung zu etablieren.

 

Psychosoziale Prävention für Einsatzkräfte

Psychosoziale Prävention für Einsatzkräfte im Einsatzalltag ist grundlegender Bestandteil der Fürsorgepflicht der Arbeitgeber gegenüber den eigenen haupt- und ehrenamtlichen Helfern. Sie ist zu unterteilen in Einsatzvorbereitung, Einsatzbegleitung und Einsatznachsorge. Psychosoziale Prävention ist über generelle Maßnahmen in den Einsatzorganisationen zu implementieren. Bereits im Jahre 2010 hat das Land Schleswig-Holstein den vorliegenden Qualitätsstandards und Leitlinien des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zugestimmt und diese ab dem Jahre 2011 auf Landesebene umgesetzt. Auf Ebene der Regionen (Leitstellenzugehörigkeit) ist die Umsetzung vom 4. Quartal 2012 bis zum 4. Quartal 2013 bereits konkret geplant.

 

Aufgaben der PSNV-Landeszentralstelle /
PSNV-Landeskoordination und Organisationsstrukturen

Die Landesregierung unterstützt die Psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) mit einer Landeszentralstelle, die im Auftrag des Innenministeriums beim Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein angesiedelt ist. Hauptaufgabe dieser Koordinationsstelle ist die Pflege und Weiterentwicklung des bestehenden Netzwerks zur Psychosozialen Notfallversorgung in Schleswig-Holstein. Die Landeszentralstelle berät und unterstützt alle Behörden, Einrichtungen und Organisationen in Fragen der Psychosozialen Notfallversorgung. Sie ist als Schnittstelle darauf ausgelegt, eine behörden- und organisationsübergreifende Zusammenarbeit, Zusammenführung und Abstimmung aller vorhandenen PSNV-Aktivitäten im Rahmen der Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention zu gewährleisten. Sie koordiniert unter anderem die PSNV bei landesweiten Lagen und berät im Großschadensfall Personen mit PSNV-Führungsaufgaben.

Zur Umsetzung der Qualitätsstandards und Leitlinien in der Fläche sind folgende Arbeitsgremien eingerichtet worden:

  • PSNV-Landeskonferenz (Gesamtkonferenz, Teilkonferenzen)
  • PSNV-Regionalkonferenz
  • PSNV-Kreis(Stadt)konferenz (PSNV-Arbeitsgemeinschaft und/oder PSNV-Kooperation)

 

Einsatzstrukturen

Die PSNV ist in die bestehenden Führungs- und Organisationsstrukturen der Gefahrenabwehr einzubinden. Dabei ist das gesamte Führungssystem zu berücksichtigen. Die PSNV bildet einen eigenen Einsatzabschnitt. Für komplexe Gefahren- und Schadenslagen sind PSNV-Führungskräfte (PSNV-Führungsassistent, PSNV-Fachberater, PSNV-Leiter) vorzubereiten, bereitzustellen und einzusetzen. Diese werden durch die Kreise und kreisfreien Städte ernannt. Die Ausbildung findet an der Landesfeuerwehrschule Schleswig-Holstein statt.

 

Kennzeichnung

Neben der neuen Kennzeichnung durch die lila Überwurfweste und das vorgegebene Rückenschild ist im Einsatzfall die durch die PSNV-Landeszentralstelle / PSNV-Landeskoordination ausgegebene PSNV-Card als Zugangsberechtigung zum Einsatzort sichtbar mitzuführen. Die Beantragung der PSNV-Card geht bei der PSNV-Landeszentralstelle / PSNV-Landeskoordination mit einem Qualitätssicherungsverfahren einher. Weitere Informationen finden sich in der Zurzeit im Aufbau befindlichen Internetpräsenz

www.psnv.sh.

 

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